Zweitmeinung und Studien
Zweitmeinung bei komplexer CED
Wenn der bisherige Weg nicht weiterführt
Gerade bei chronischen Erkrankungen gibt es Situationen, in denen eine erneute Bewertung sinnvoll ist.
Eine Vorstellung zur Zweitmeinung kann beispielsweise hilfreich sein bei:
- unklarer Diagnose
- ungewöhnlichem Krankheitsverlauf
- fehlendem Ansprechen auf die bisherige Therapie
- sekundärem Wirkverlust
- wiederholter Steroidtherapie
- mehreren vorausgegangenen zielgerichteten Therapien
- Fisteln
- Stenosen
- Pouchitis
- komplexen extraintestinalen Manifestationen
- schwierigen Therapieentscheidungen
- geplanter Operation
- Fragen zur Therapiesequenz.
Wir betrachten dabei nicht nur die aktuelle Medikation, sondern möglichst den gesamten bisherigen Krankheitsverlauf.
Unser Ziel
Nicht einfach „noch ein anderes Medikament“.
Sondern: Diagnose prüfen. Krankheitsmechanismus verstehen. Therapieziel definieren. Strategie entwickeln.
Klinische Studien
Forschung heute – Therapie von morgen
Viele Therapien, die heute zum Standard bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören, waren zunächst Bestandteil klinischer Studien.
Klinische Forschung ist deshalb ein wichtiger Teil moderner CED-Medizin.
In unserem Zentrum führen wir klinische Studien zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen durch. Ein spezialisiertes Studienteam begleitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des gesamten Studienverlaufs.
Was kann eine Studienteilnahme bedeuten?
Für geeignete Patientinnen und Patienten kann sich die Möglichkeit ergeben, innovative Therapieansätze im Rahmen eines wissenschaftlich und regulatorisch kontrollierten Studienprogramms zu erhalten.
Ob eine Studie infrage kommt, hängt von zahlreichen medizinischen Ein- und Ausschlusskriterien ab.
Eine Teilnahme ist immer freiwillig. Vor einer möglichen Teilnahme werden Ablauf, mögliche Vorteile, Belastungen und Risiken ausführlich besprochen.
Forschung bedeutet für uns nicht Medizin neben der Patientenversorgung.
Forschung ist ein Teil unserer Patientenversorgung.
Für zuweisende Ärztinnen und Ärzte
Gemeinsam für unsere Patientinnen und Patienten
Eine chronisch entzündliche Darmerkrankung ist eine langfristige Erkrankung. Eine hochwertige Versorgung kann deshalb nur im Netzwerk funktionieren.
Wir verstehen unser CED-Zentrum als spezialisierten Partner der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.
Eine Vorstellung ist insbesondere möglich zur:
- diagnostischen Mitbeurteilung
- Zweitmeinung
- Beurteilung komplexer oder therapierefraktärer Verläufe
- Therapieoptimierung
- Sequenzplanung nach Therapieversagen
- spezialisierten Endoskopie
- sonografischen Beurteilung
- Abklärung von Fisteln, Stenosen und weiteren Komplikationen
- Beurteilung komplexer Pouch-Erkrankungen
- Prüfung einer Studienteilnahme.
Nach Abschluss der spezialisierten Diagnostik oder Therapie streben wir eine strukturierte Rückmeldung und eine enge Abstimmung über die weitere Versorgung an.
Unser Grundsatz
Spezialisierte Versorgung soll ambulante Versorgung ergänzen – nicht ersetzen.
Gemeinsam können wir Kontinuität und spezialisierte Expertise miteinander verbinden.
Interdisziplinäre CED-Versorgung
Der Darm endet nicht an der Grenze einer Fachdisziplin.
Komplexe CED benötigt häufig mehrere Perspektiven. Deshalb arbeiten wir bei entsprechender Fragestellung interdisziplinär mit anderen Fachbereichen zusammen.
Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologie und Viszeralchirurgie. Hinzu kommen je nach Krankheitsbild unter anderem Radiologie, Pathologie, Ernährungsmedizin und weitere Fachdisziplinen.
Eine Operation ist dabei nicht das „Scheitern“ einer Therapie. Bei bestimmten Krankheitskonstellationen kann sie ein wichtiger Bestandteil einer optimalen Behandlungsstrategie sein.
Entscheidend ist: die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt.