Fast-Track-Programm bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen

Ziel des umfassenden und multimodalen Behandlungskonzeptes ist es, dass Patienten durch eine optimierte medizinische, physiotherapeutische und pflegerische Betreuung möglichst schnell ein hohes Maß an Autonomie und Selbstständigkeit zurückerlangen und der Genesungsprozess damit beschleunigt wird. Patienten werden nach dem chirurgischen Eingriff bereits nach kürzester Zeit mobilisiert und der Heilungsprozess aktiv gefördert.

Das Wirbelsäulenzentrum war die erste Einrichtung in Deutschland, die das periTRack-Konzept für degenerative Wirbelsäulenerkrankungen umsetzt.

Grundidee ist, dass chirurgische Eingriffe nicht nur technisch erfolgreich sein müssen, sondern auch der gesamte Behandlungsprozess darum herum so gestaltet wird, dass der Patient schnellstmöglich wieder zu seiner gewohnten Lebensqualität zurückkehrt. Daraus ergeben sich deutliche Vorteile für die Patienten, die selbst viel zum Behandlungserfolg beitragen.

  • Bei der Operation kommen (wie bereits vorher) modernste, evidenzbasierte chirurgische Techniken sowie Anästhesieverfahren und Schmerzkontrolle zum Einsatz. Inzwischen verstärkt auch ein Neurochirurg das Team.
  • Optimiert wurde die Form der Aufklärung und Ansprache in Kombination mit intensiver Betreuung, die bereits vor der OP beginnt und den Bogen bis ins häusliche Umfeld spannt.
  • Patienten erhalten durch die Einbindung in das Therapiekonzept eine aktive Rolle im eigenen Genesungsprozess. Das gilt für die Zeit vor der Operation, den Krankenhausaufenthalt und die Zeit zu Hause.
  • Patienten werden umfassend über den Ablauf der Operation aufgeklärt, erhalten gezielte physiotherapeutische Übungen und Aufgaben und können sich mental auf den Eingriff vorbereiten.
  • Über die Fast-Track-Assistenz erfolgt eine Eins-zu-Eins-Betreuung. Patientinnen und Patienten haben damit über den gesamten Verlauf der Behandlung – von der Vorbereitung bis zur Nachsorge – einen festen Ansprechpartner in der Klinik, für Fragen, aber auch zur Motivation und Mobilisation.

Verschiedene Komponenten fördern den Heilungsverlauf

Stärkende Trinknahrung, spezielle Übungen zur Vorbereitung zu Hause, Anregung des Stoffwechsels, Aufstehen bereits am OP-Tag, unter Anleitung und alleine Bewegungen und Übungen ausführen, und jeden Tag des Krankenhausaufenthaltes das Bett länger verlassen sowie immer mehr Schritte absolvieren, sind wichtige Elemente.

Aber vor allem das Verständnis der Patienten für die eigene Rolle im Heilungsprozess und die Bereitschaft mitzuwirken, ermöglichen eine deutliche Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes und Reduzierung von Komplikationen.

Durch ausführliche Informationen bereits vor der Operation wissen Betroffene, was sie erwartet, welche Aussichten sie haben und dass sie nach jahrelangen Schmerzen wieder fit und mobil sein können, das motiviert.

Vorteile für Wirbelsäulenpatienten

Der Vorteil für Patientinnen und Patienten, die im Rahmen des Fast-Track-Verfahrens behandelt werden, ist vor allem die signifikante Verkürzung der Erholungszeit. Typischerweise können Patienten, die eine Wirbelsäulenoperation durchlaufen haben, bereits am OP-Tag mobilisiert werden. Sie stehen auf, gehen kurze Strecken und nehmen aktiv an ihrer eigenen Rehabilitation teil. Durch frühzeitige Ausweitung der Schmerztherapie können postoperative Schmerzen kontrolliert werden.