Heute unterzeichneten die Verantwortlichen von TWL und dem St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus offiziell den Vertrag für ein zukunftsweisendes Energieversorgungsprojekt in Ludwigshafen. Auf dem ehemaligen Metrogelände in der Gartenstadt plant TWL eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit rund zwei Megawatt Leistung, einen Batteriespeicher mit rund 2,5 Megawattstunden sowie eine Direktleitung zum St. Marienkrankenhaus.
Der dort erzeugte Solarstrom soll ab 2027 direkt das St. Marienkrankenhaus und die Einrichtungen am St. Annastiftskrankenhaus versorgen. Das St. Annastiftskrankenhaus wird dabei bilanziell über eine virtuelle Durchleitung durch das öffentliche Stromnetz mit Grünstrom versorgt. Dadurch können ebenfalls die PV-Strommengen, die durch die krankenhaus-eigenen Photovoltaik-Aufdachanlagen erzeugt werden, fast vollständig genutzt und müssen nicht abgeregelt werden.
Damit steigt der Anteil regional erzeugten Grünstroms an der Stromversorgung des Krankenhauses deutlich: Das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus wird nach Projektumsetzung als erstes Krankenhaus in Deutschland über ein Versorgungskonzept dieser Art mindestens 45 Prozent seines Strombedarfs aus vor Ort erzeugtem Solarstrom decken.
Für das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus verbindet das Projekt konsequenten Klimaschutz mit einer langfristig planbaren und zukunftsfähigen Energieversorgung.
„Durch die direkte Nutzung des regional erzeugten Solarstroms kann das Krankenhaus seine CO₂-Emissionen deutlich reduzieren und gleichzeitig seine Abhängigkeit von den Entwicklungen auf dem Strommarkt verringern. Gerade ein Krankenhaus hat eine große Verantwortung und Schlüsselrolle – als großer Arbeitgeber, Innovationsort und zentraler Akteur der regionalen Versorgung“, betont Marcus Wiechmann, Geschäftsführer der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH (Träger des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses).
„Ein einziges Krankenhausbett verbraucht im Durchschnitt so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser. Der hohe Bedarf an Wärme, Licht und Energie für die zahlreichen Geräte der hochmodernen Medizin machen Krankenhäuser zu Großverbrauchern. Einsparungen bei Energie und Treibhausgasemissionen leisten deshalb einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz und reduzieren zugleich langfristig Kosten im Gesundheitssystem“, führt Jürgen Will, Prokurist und Leiter Verwaltungsmanagement der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH weiter aus. Beide sind froh mit der TWL einen so starken und innovativen Partner an der Seite zu haben.
Das Projekt ist zugleich eine Antwort auf eine zentrale Aufgabe der lokalen Energiewende: den Anteil erneuerbarer Energien am lokalen Strommix deutlich zu erhöhen. Gerade Photovoltaik bietet dafür in Ludwigshafen noch große Chancen, rund 98 Prozent des Potenzials sind bislang nicht erschlossen. Für TWL ist das Vorhaben ein kommunales Leuchtturmprojekt für die Region und darüber hinaus, betonen die beiden TWL-Vorstände Dieter Feid und Thomas Mösl: „Dieses Projekt zeigt, wie lokale Energiewende konkret wird: auf einer ungenutzten Fläche, mit Strom aus der Region und für Einrichtungen, die für Ludwigshafen besonders wichtig sind. Wir verbinden Klimaschutz mit Versorgungssicherheit und schaffen ein Modell, das über dieses Projekt hinaus als Vorbild dienen kann.“
Gleichzeitig wird ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Flächennutzung in Ludwigshafen gesetzt, ergänzen Feid und Mösl: „Das frühere Metrogelände ist ein brachliegendes ehemaliges Deponiegelände mit gesicherten Altlasten. Statt ungenutzt zu bleiben, wird die Fläche künftig sauberen Strom für die beiden Betriebsteile des Krankenhauses und das Kinderheim St. Annastift auf dem Gelände liefern. Geplant ist zudem, die Grünflächen durch Schafe beweiden zu lassen – so wird das Gelände nicht nur energetisch genutzt, sondern auch die Biodiversität weiter erhöht.“
Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung rückt die Umsetzung des Projekts einen wichtigen Schritt näher. Der Bau von Solarpark, Batteriespeicher und Direktleitung soll noch 2026 starten. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.
Bilder: Copyright TWL

