Palliative Care

"Es gibt ein Wachsen und Werden inmitten eines Zustandes, der wie Ende aussieht!" (Cicely Saunders)

Auf der Palliativstation des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses werden Menschen mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung aufgenommen und erfahren besondere Unterstützung. Zentrales Ziel des Palliativteams ist es vorhandene Lebensqualität zu erhalten und soweit möglich zu verbessern. Palliativpflege stellt den Menschen mit allen seinen Facetten in den Mittelpunkt. Es handelt sich um eine lindernde, nicht heilende Versorgung für unheilbar Kranke am Lebensende. Selbst wenn keine Heilung mehr möglich ist, kann das Leben noch gestaltet werden. Voraussetzung hierfür sind entsprechende Rahmenbedingungen: eine medizinische und pflegerische Versorgung, die gezielt belastende Symptome lindert.

Das ist Palliative Care

Palliative Care setzt für die Krankenpflege eine Zusatzqualifikation voraus und ist gekennzeichnet durch eine umfassende, partnerschaftliche Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Für unser Team ist die menschliche Zuwendung zu allen von der schweren Krankheit Betroffenen selbstverständlich. Palliative Care umfasst für die Krankenpflege relevante Kenntnisse in Schmerztherapie und Symptomkontrolle - also die Wahrnehmung, Überwachung und Behandlung aller durch die Erkrankung und die Medikamente auftretenden Symptome. Neben den körperlichen Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Verstopfung werden auch die psychosozialen und spirituell-religiösen Faktoren von Schmerzen im Auge behalten, um den Kreislauf von Angst, Schmerz, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, sozialer Isolation und dadurch Verstärkung des Schmerzes zu durchbrechen.

Palliative-Care-Fachkräfte stehen mit ihren speziellen Kenntnissen und Erfahrungen in solchen Fragen den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Aber auch über die Ängste im Umgang mit Morphinen sprechen wir selbstverständlich mit den Betroffenen (Kranke und ihnen Nahestehende).

Die Pflegenden auf Palliativstation lassen die Angehörigen und Nahestehenden auch nach dem Versterben des Kranken nicht allein: sie unterstützen bei der Versorgung des Toten und begleiten auf Wunsch und nach Möglichkeit auch auf dem Weg der Trauer.

Spezielle Aufgaben Pflegende auf der Palliativstation

  • Mitwirken bei der Einleitung und Überwachung ärztlich verordneter Schmerztherapien
  • Anregen und Umsetzen vorbeugender Maßnahmen bei krankheits- und therapiebedingten Komplikationen (Probleme wie: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Blutungen, Verwirrtheit, Angst)
  • Versorgung bei Atemnot
  • Umfassende Behandlung exulcerierender (nach außen aufbrechender) Tumore
  • Beratung, Begleitung und Anleitung von Kranken und Sterbenden, deren Angehörige aber auch anderen Pflegenden beim Umsetzen palliativer Maßnahmen

Grundprinzipen unserer Arbeit auf unserer Palliativstation

  • Sterben gehört zum Leben
  • Der bewusste Umgang mit Grenzen, die Achtung der Würde, der Individualität und der Unverfügbarkeit der Kranken sind uns wichtig
  • Uns anvertraute Personen stehen im Mittelpunkt palliativen Handelns, ihre persönliche Lebensauffassung ist zu achten
  • Die Pflegenden der Palliativstation nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und tragen dazu bei, dass die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod zu einem akzeptierten Bestandteil des Lebens in der Bevölkerung wird

Stationsleitung Palliativstation