Risiko Diabetes mellitus

Der Diabetes mellitus ist ein gefährlicher Risikofaktor für alle Gefäßregionen des Gefäßbaumes in der Gefäßchirurgie. Es gibt etwa sechs Millionen Diabetiker in Deutschland, mit deutlich steigender Tendenz. Man prognostiziert, dass sich diese Zahl in den nächsten 10 bis 15 Jahren verdoppeln wird.

Bei 90 Prozent dieser Patienten handelt es sich um Menschen mit Diabetes Typ II, also Patienten bei denen man durch vorbeugende Maßnahmen in vielen Fällen den Diabetes verhindern oder zumindest den Zeitpunkt des Auftretens in das höhere Alter verschieben könnte. Bei 80 Prozent dieser Patienten treten behandlungsbedürftige Spätfolgen auf, zum Beispiel die arterielle Verschlusskrankheit, der Schlaganfall, der Herzinfarkt, ...

Mehr als 75 Prozent der Diabetiker sterben am Herzinfarkt. Auch für den Schlaganfall ist der Diabetes mellitus ein Risikofaktor. Das Schlaganfallrisiko ist in Kombination mit dem zweiten Risikofaktor dem Bluthochdruck im Vergleich zur Normalbevölkerung um das 10 bis 12-fache erhöht.

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (=pAVK) führt der Diabetes mellitus zu einem 10 bis 15-fach erhöhten Risiko einer Amputation.

Der Diabetes mellitus ist also eine Erkrankung, die nicht unterschätzt werden sollte. Gerade in den Fachdisziplinen, die sich mit Gefäßerkrankungen beschäftigen, spielt er eine zunehmend wichtige Rolle. Entscheidend in der Behandlung ist die Veränderung unseres Lebensstils - mit Nikotinentwöhnung, Steigerung der körperlichen Aktivität, Senkung des Zuckerkonsums, Gewichtsreduktion - und die konsequente Behandlung anderer zusätzlicher Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck, und die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen.