Therapien

Kompressionstherapie
Der natürliche Rückfluß des Blutes aus dem Bein Richtung Herz gegen die Schwerkraft ist ein komplizierter physikalischer Prozess, der bis in seine letzten Einzelheiten bis heute nicht geklärt ist. Viele verschiedene Faktoren wirken hier mit. Durch Kompression von Außen kann die Förderleistung der Venen deutlich verbessert werden auch bei Klappeninsuffizienz. Die Strümpfe sollten von einem Fachmann angepasst im Einzelfall auch speziell für den Patient angefertigt werden. Nach einem Jahr lässt der definierte Druck pro Quadratzentimeter den die Strümpfe aufbringen müssen nach und der Strumpf muss ersetzt werden.

Klassische operative Varizenentfernung
Die klassische operative Varizenentfernung wird seit über 100 Jahren durchgeführt und hat sich bewährt. Über Mini-Hautschnitte werden die erkrankten Venenanteile in der "Miniphlebektomietechnik" nach Varady entfernt. Bei entsprechender Anwendung des Mikrobestecks heilen die Miniphlebektomiehautschnitte narbenlos aus. Zur Darstellung der Einmündung der oberflächlichen Stammvenen müssen etwas größere Schnitte in der Leiste (Vena saphena magna) oder in der Kniekehle (Vena saphena parva) durchgeführt werden. Mit Hilfe einer Strippingsonde kann dann der gesamte erkrankte Anteil der oberflächlichen Hauptvene entfernt werden.

Verödungstherapie / Sklerotherapie
Mittels eines Luft-Alkoholgemisches (= Schaumsklerosierung), das in die Venen eingespritzt wird, entsteht an der Venenwand eine Entzündung, die zur Zerstörung der Vene führt und im Verlauf vom Körper abgebaut wird. Ursprünglich wurde diese Methode nur bei der Besenreiser- und Seitenastvarikosis, also bei sehr kleinen Venen durchgeführt. Bei entsprechender Übung, Können und Wissen des Operateurs kann diese Methode im Einzelfall auch bei der leichtgradigeren Stammvarikosis eingesetzt werden. Normalerweise ist diese Methode sehr risikoarm und kann in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden.

VNUS-Closure-Verfahren / Radiofrequenztherapie
Ein Verfahren, das seit 1998 in Deutschland zugelassen ist. Unter sonographischer Kontrolle wird eine spezielle Radiofrequenzsonde in die Stammvene eingeführt und die Vene in einem definierten vorgegeben Zeitintervall durch Hitzeentwicklung an der Sondenspitze zerstört und im Rückzugsverfahren die gesamte erkrankte Vene behandelt. Um Verbrennungen zu vermeiden und eine ausreichende Schmerztherapie zu erreichen, muß zwingend eine Tumeszenzlokalanästhesie durchgeführt werden, d.h. um die Vene werden - am besten mit einer Rollerpumpe - größere Mengen eines NaCl Lokalanästhetikumgemischs infiltriert. Ein technisch etwas aufwändigeres Verfahren, aber bei gewissenhafter Anwendung ebenfalls risikoarm und der operativen Therapie in den meisten Fällen gleichwertig.