Häufige Fragen

Wie lange muss ich nach einer operativen Varizenbehandlung Kompressionstrümpfe tragen?
Hierüber gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Wahrscheinlich reichen nach einer operativen Versorgung der oberflächlichen Venen 8-14 Tage aus. Früher hat man immer 6-8 Wochen empfohlen. Einen Beleg für diese lange Tragedauer gibt es allerdings nicht. Ein Praxistipp: Wenn ohne die Kompressionsstrümpfe keine Beinschwellung mehr auftritt, kann man die Strümpfe weglassen. Voraussetzung ist allerdings, dass das tiefe Venensystem intakt ist. Besteht eine sogenannte Leitveneninsuffizienz, also ein Rückfluss des Blutes im tiefen Venensystem, dann müssen die Strümpfe lebenslang getragen werden.

Können nach einer Varizenbehandlung wieder Krampfadern auftreten?
Ja, denn die Grundveranlagung zur Venenwandschwäche besteht auch nach OP weiter. Man kann nur über die beeinflussbaren äußeren Faktoren einen gewissen Einfluss auf das Neuauftreten einer Varikosis nehmen, zum Beispiel Bewegungsmangel, Übergewicht, stehende Berufe, im weiteren Sinne Schwangerschaften, usw. Allerdings ist nach korrekter Entfernung der Stammvenen das Wiederauftreten einer Krampfadererkrankung in den meisten Fällen auf Seitenäste beschränkt, erreichen also selten das gleiche Ausmaß wie vor dem Eingriff. Dies zieht bei intaktem tiefen Venensystem keine schweren Folgen wie zum Beispiel "offene Beine" nach sich.

Darf ich mit Varizen in die Sauna?
Ja. Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung, die belegt, dass Patientin mit Varizen durch einen Saunabesuch ihre Erkrankung verschlimmern oder Schaden nehmen. Im Gegenteil, wahrscheinlich können sie bei vernünftiger Anwendung und konsequentem kalt Abduschen sogar ein gewisses "Venentraining" betreiben. Patienten mit tiefer Venenthrombose und postthrombotischem Syndrom oder einer Thrombophlebitis, also einer oberflächlichen Venenentzündung sollten jedoch keine Sauna besuchen.

Wie fließt das Blut Richtung Herz, wenn die Krampfadern entfernt worden sind?
Jedes Bein hat im Prinzip zwei Venensysteme, ein oberflächliches und ein tiefes Venensystem. Das tiefe Venensystem leistet auch beim Gesunden die Hauptarbeit beim Rücktransport des Blutes zum Herzen. Beide Venensysteme sind zusätzlich durch ein "Strickleitervenensystem" miteinander verbunden, welches wie fast alle Venen mit Venenklappen bestückt ist. Sollten oberflächliches Venensystem und Strickleitervenensystem nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten, kann es durch den kontinuierlichen Rückfluss des Blutes auch in das tiefe Venensystem zur Überlastung und zu einem Versagen der Klappen im tiefen Venensystem kommen. Es entsteht somit als Sekundärfolge eine Leitveneinsuffizienz, die nur durch Kompressionstherapie behandelt werden kann. Nur die rechtzeitige Ausschaltung einer fortgeschrittenen oberflächlichen Varikosis kann dies verhindern. Der Rücktransport des Blutes nach OP über das tiefe Venensystem stellt aber ansonsten keine Probleme dar.

Welche Beschwerden treten mit Krampfadern auf und sind Krampfadern gefährlich?
Krampfadern an sich sind nicht schmerzhaft, aber durch die gestörte Zirkulation des venösen Blutes kommt es je nach Ausprägung des Erkrankungsbildes zur Beinschwellung mit Spannungsgefühl, "schweren Beinen", Krämpfen, Gefühlsstörungen, etc. Zusätzlich besteht bei Krampfadern eine Neigung zu Venenentzündungen, die dann allerdings sehr schmerzhaft sind und im Einzelfall, wenn die Venenentzündung bis zur Einmündung in die tiefe Vene in der Leiste oder Kniekehle aufsteigt auch durch Auslösung einer Lungenembolie gefährlich sein können. Außerdem kann bei ausgeprägten Krampfadern bei einer leichten Verletzung schon eine starke Blutung auftreten, die dann zwingend durch eine Kompressionstherapie gestoppt werden muss. Bei langjähriger Varikosis, Leitveneninsuffizienz und oder postthrombotischem Syndrom kann als Spätfolge ein Unterschenkelgeschwür (= "offenes Bein") entstehen, welches dann sehr schwer und aufwändig zu behandeln ist. Insofern ist die Krampfadererkrankung auch eine "gefährliche" Erkrankung.

Warum können Krampfadern eine Beinschwellungen verursachen?
Krampfadern entwickeln in Folge ihrer Venenwandschwäche durch Überdehnung schließunfähige oder gar zerstörte Venenklappen, dadurch fließt ein Teil des Blutes nicht mehr Richtung Herz, sondern Richtung Fuß. Durch diese Blutfülle in den Venen, kommt es zum zunehmenden Austritt von Flüssigkeit und Blutbestandteilen in das Weichteilgewebe mit zunehmender Schellneigung des Beines und letztendlich einem chronischen Ödem bis hin zum Unterschenkelgeschwür als Maximalbefund eines chronischen Lymphödems.

Welche Therapie ist für mich die Richtige?
Welche Therapie letztendlich angewendet wird, sollten sie in einem Beratungsgespräch mit einem versierten phlebologisch tätigen Arzt erfragen. Es hängt natürlich im wesentlichen vom Ausmaß der Erkrankung ab und von der Kompetenz des tiefen Venensystems. Um die erkrankten Abschnitte des Venensystems zu erkennen, reicht in den meisten Fällen die genaue Ultraschalluntersuchung durch die Hand eines erfahrenen Ultraschallanwenders. Nur dann kann Ihnen ein dafür ausgebildeter Spezialist raten, welches von uns angewandte therapeutische Verfahren alleine oder in Kombination für Sie in Frage kommt.