Schuhwerk für Diabetiker

Unsere Füße unterliegen im Laufe des Lebens einer extremen Beanspruchung, trotzdem finden sie kaum Beachtung.

Damit wir aber mit "beiden Beinen im Leben stehen", benötigen wir unsere Füße. Deswegen sollte sich insbesondere ein Diabetiker mehr mit seinen Füßen beschäftigen und mehr über seine Füße wissen, als nur die Schuhgröße. Nur dann ist die Mobilität auch bis ins hohe Alter möglich.

Jeder Mensch hat unterschiedliche Füße, selbst bei gleicher Schuhgröße bestehen oft unterschiedlich lange Zehen und Fußformen. Im Prinzip bräuchte jeder einen individuell angepassten Schuh, aus Kostengründen, gibt es aber Konfektionsware, die in den meisten Fällen aber ausreichend ist. Ziel ist es, den Schuh der anatomischen Form des Fußes nachzuempfinden, eine optimale Passform zu gewährleisten und die Last über die gesamte Fußsohle zu verteilen, so dass Druckspitzen in Einzelbereichen vermieden werden und dem Fuß die optimale Unterstützung bei der Abrollbewegung gewährt wird.

Bei Diabetikern ist es deswegen besonders wichtig, dass die Schuhe eine gute Fußbettung haben, aber gleichzeitig das Oberteil so weit ist, dass der Schuh nicht drückt. Gerade der Diabetiker leidet häufig an einer Polyneuropathie und spürt somit wenig und dadurch oft zu spät aufgetretene Wunden und Druckstellen. Die Schuhnahtstellen müssen so verarbeitet sein, daß es durch die Nähte nicht zu Reibungen kommen kann. Bei Fußfehlstellungen, muß die Fußbettung durch einen orthopädischen Schuhmacher angepasst werden, oder im Einzelfall auch ein spezieller Maßschuh - insbesondere beim diabetischen Fußsyndrom rechtzeitig - angefertigt werden.

Ein Schuh kann aber nur so gut sein, wie die Pflege des eigenen Fußes. Das bedeutet tägliche sorgfältige Hautpflege. Da die Talgproduktion insbesondere bei Diabetikern nicht mehr funktioniert, muß die "Fettung" zur Verhinderung von Rhagaden und rissiger Haut von Außen zugeführt werden. Der Fuß muß regelmäßig auf Veränderung der Fußstatik und auf neu aufgetretene Wunden und Druckstellen angeschaut werden. Hyperkeratosen (Hornhaut) und Schwielen müssen durch einen Podologen abgetragen und die Fußnägel am besten ebenfalls durch einen Podologen gepflegt werden.

Nur dann kann, im Zusammenspiel von diabetologischer Blutzuckereinstellung, podologischer Fußpflege und gutem geeigneten Schuhwerk die Chance erhalten bleiben, die Mobilität bis ins Alter zu bewahren.