Diabetisches Fußsyndrom

Umgangssprachlich auch "diabetischer Fuß" genannt ist das diabetische Fußsyndrom eine zunehmende Zerstörung der Fußstatik, des knöchernen Fußskeletts und der Fußweichteile ausgelöst durch Diabetes mellitus. Es ist mit einer hohen Rate von Amputationen verbunden und deswegen ein oft unterschätztes, gefährliches Krankheitsbild.

Etwa 240.000 Menschen in Deutschland zeigen ein diabetisches Fußsyndrom - mit steigender Tendenz. Die genaue Ursachen sind letztendlich ungeklärt, es kommt aber durch den Diabetes mellitus zu einer komplexen Schädigung der Nerven, und Gefäße und des Immunsystems, das in einem komplexen Zusammenspiel zur zunehmenden Zerstörung der Fußstrukturen führt. Insbesondere die Schädigung der Nerven (Polyneuropathie) kann zum Endstadium des Charcotfußes führen mit Zerstörung aller Knochen und Gelenke am Fuß mit teilweise grotesken Fehlstellungen und Brüchen der Fußknochen.

Da kein oder kaum ein Schmerzempfinden vorliegt, werden bedrohliche Situationen und Wundsituationen nicht entsprechend gewertet und der Arzt zu spät aufgesucht, so dass Amputationen dann oft nicht mehr zu verhindern sind. Der Diabetes führt alleine in Deutschland zu mehr als 28.000 Amputationen im Jahr. Da die Amputation auch ein Anzeichen für die Schwere der Erkrankung der Patienten ist, ist auch die Gesamtsterblichkeit dieser Patienten deutlich erhöht. Innerhalb der ersten drei Jahre nach einer Beinamputation (Ober- oder Unterschenkel) sterben mindestens 40 % der Patienten an ihren Begleiterkrankungen.

Aufgrund der vielen Begleiterkrankungen mit den komplexen Sekundärfolgen, muss das diabetische Fußsyndrom interdisziplinär angegangen werden. Kurze Wege und eine gute Zusammenarbeit zwischen Diabetologen, Gefäßchirurgen, Radiologen , ggf. Neurologen und Podologen (= Fußpflegespezialist) ist zwingend erforderlich um ein gutes Therapiekonzept für diese ausgewählten Patienten anzubieten.

Im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus arbeiten im zertifizierten Diabteszentrum diese Fachleute eng zusammen.