Carotisstenose /Schlaganfall

Die Carotisstenose ist eine Verengung einer der hauptversorgenden Arterien des Hirns (= Arteria carotis am Hals). Bei etwa 20 % aller Patienten mit Schlaganfall wird eine Enge oder sogar ein Verschluss dieser Arterie festgestellt.

Die Hauptursache für eine Carotisstenose ist in über 90% eine Arteriosklerose, also die gleiche Erkrankung, die am Herz einen Herzinfarkt und am Bein eine Ischämie auslösen kann. Seltene Ursachen sind Verletzungen, Gefäßentzündungen oder die seltene fibromuskuläre Dysplasie.

Carotisstenosen verursachen in der Regel über längere Zeit keine Beschwerden. Wenn es zu einer Embolie kommt, d. h. einer Verschleppung eines Blutgerinsels aus dieser Enge oder der Verschleppung von Plaquesmaterial aus der Arteria carotis, kann es im Hirn bei deutlich schmalkalibrigeren Gefäßen zu einem Verschluss kommen, mit darauf folgendem Hirngewebeuntergang.

Vorbote eines solchen Schlaganfalls kann eine TIA (transitorisch ischämische Attacke = in relativ kurzer Zeit reversibles neurologisches Ereignis wie vorübergehende Lähmung, Seh-, oder Sprachstörungen) sein. Auch eine Amaurosis fugax, also eine kurzzeitige vorübergehende einseitige Blindheit kann als Vorbote eines Schlaganfalls gewertet werden.

Die sicherste und einfachste Diagnostik zum Nachweis einer relevanten Arteria carotis-Enge ist der Ultraschall. Der Fachmann kann aber manchmal alleine durch die Auskultation der Halsgefäße mit dem Stethoskop eine Enge vermuten. Die Therapie der Carotisenge / des Carotisverschluss ist wissenschaftlich im Rahmen vieler Studien sehr gut untersucht.

Ziel der Behandlung ist die Beseitigung der Ablagerungen im Gefäß.

Behandlungsmöglichkeiten

  1. die konservativ, medikamentöse Therapie mit Verminderung und/oder Therapie der Risikofaktoren (Nikotinabusus, Art Hypertonie, Hyperlipoproteinämie, ...) und Gabe von gerinnungsaktiven Substanzen zum Beispiel ASS
  2. die operative Therapie mit Ausräumung des einengenden Plaquesmaterials
  3. die Aufdehnung der Schlagaderenge und das Einsetzen einer Gefäßstütze (= Stent) über Kathetertechniken von der Leiste aus

Welches Verfahren letztendlich beim einzelnen Patienten in Frage kommt, sollte immer mit einem erfahrenen Gefäßarzt besprochen werden. Unabhängig davon ist eine regelmäßige Ultraschallkontrolle der Halsschlagadern dringend geboten.