Behandlung

Behandlungskonzept
Nach Abschluss der Voruntersuchungen wird ein für den einzelnen Patienten genau zugeschnittenes Behandlungskonzept erstellt, in dem die Lage, die Größe, die Ausdehnung und eventuelle Absiedlungen des Tumors genauso wie Ihr aktueller Gesundheitszustand (z.B. evtl. Begleiterkrankungen) berücksichtigt werden.

Individuelle Behandlung

  • Sehr frühe Stadien des Krebses können endoskopisch oder lokal abgetragen werden.
  • In der Regel erfolgt bei einem Karzinom des Dickdarmes (ohne Mastdarm) die Operation. Je nach Befund wird der linke, rechte oder mittlere Teil des Dickdarmes entfernt.
  • Bei der Operation wird darauf geachtet, dass die großen versorgenden Gefäße mit entfernt werden, um möglichst viele Lymphknoten in diesem Bereich, die auch betroffen sein können, zu entnehmen. Das Ziel ist die komplette Entfernung des Tumors, um den Darmkrebs zu heilen.
  • In Fällen, in denen eine komplette Entfernung des Tumors nicht möglich ist, da an anderen Stellen im Körper oder Organen Tumorreste oder Absiedlungen vorhanden sind, besteht die Möglichkeit weniger belastende Eingriffe durchzuführen (palliativer Ansatz). Bei einem Dickdarmkrebs ist selten ein künstlicher Darmausgang (Stoma oder Seitenausgang) notwendig.
  • Die Behandlung des Mast- oder Enddarmes erfolgt je nach Ausdehnung und Befall von Lymphknoten.

Kombinierte Therapie
Ab einem bestimmten Stadium und bei Lymphknotenbefall in der Nähe des Tumors sollte vor einer Operation eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie erfolgen. Welches das beste Vorgehen ist, wird vor einer Operation anhand der Voruntersuchungen in unserem wöchentlichen Tumorboard interdisziplinär entschieden. Wenn eine Strahlen-Chemotherapie durchgeführt wird, schließt sich die Operation an. Anschließend erfolgt eine weitere Chemotherapie. Viele Studien haben ergeben, dass dieses Behandlungskonzept das Risiko des Wiederauftretens eines Tumors verringert und seltener ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss.

Stoma
Ein solches Stoma ist immer dann notwendig, wenn der Tumor zu nahe am Schließmuskel des Afters sitzt und damit ein ausreichender Sicherheitsabstand zum Schließmuskel nicht erreicht werden kann. Auch bei der operativen Technik der Enddarmchirurgie wird durch ein radikales Vorgehen darauf geachtet, möglichst viele Lymphdrüsen zu entnehmen (totale mesorektale Excision). In palliativen Situationen (d. h. eine komplette Heilung ist nicht möglich) erfolgt die Operation zur Verbesserung der Lebensqualität.

Moderne Methoden
Wenn auch offene Verfahren in der Chirurgie noch überwiegen, so sind minimalinvasive Schlüssellochoperationen (Laparoskopie) heute möglich, die nach neusten Untersuchungen gleiche Ergebnisse in Bezug auf das Ergebnis erzielen. Zur schnelleren und besseren Erholung tragen Konzepte bei, durch die Sie schneller "wieder auf die Beine" kommen und der Heilvorgang verbessert wird.

Sicherheit oberste Priorität
Der entfernte Darm mit dem Krebs wird aufgearbeitet und untersucht. Je nachdem wie fortgeschritten die Erkrankung ist, erfolgt die Empfehlung eine weitere Therapie durchzuführen, z. B. eine Chemotherapie ggf. kombiniert mit einer Antikörpertherapie. Im Falle des Enddarmkrebses ist eventuell nach der Operation eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie empfehlenswert. In der Regel kann eine Chemotherapie ambulant mit vertretbarer Nebenwirkung erfolgen. Eine Strahlentherapie wird häufig stationär durchgeführt. In besonderen Fällen wie bei schlechtem Gesundheitszustand oder speziellen Konstellationen können sich Abweichungen von dieser Beschreibung ergeben.

Rolle des Tumorboards
Um einen breiten Konsens mit allen Spezialisten zu erhalten, erfolgt die Besprechung der einzelnen Fälle in unserem so genannten Tumorboard. Beim Enddarmkrebs findet die Besprechung in einer solchen Konferenz schon vor der Behandlung statt.