Brustchirurgie

Brusterkrankungen
Jede neu aufgetretene Veränderung in der Brust (Tast-, Ultraschall- oder Mammographiebefund) sollte abgeklärt werden, soweit nicht aufgrund von Voruntersuchungen eindeutig die Gutartigkeit bewiesen ist.

Zur sicheren Abklärung bieten wir Ihnen in der Brustsprechstunde eine Stanzbiopsie an, bei der eine kleine Probe in Lokalbetäubung unter Ultraschallkontrolle entfernt wird. So können wir beurteilen, ob es sich um eine gutartige (wie meistens) oder glücklicherweise seltener bösartige Veränderung des Gewebes handelt.

Etwa jede 7.-10. Frau in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens an einem Brustkrebs erkranken. Der Tumor wird häufig durch die Selbstuntersuchung der weiblichen Brust entdeckt. Der Vorteil der regelmäßigen monatlichen Selbstuntersuchung liegt in der Chance, den Tumor relativ früh zu erkennen. Bei Verdacht auf eine Veränderung wird die röntgenologische Untersuchung der Brüste (Mammographie) und/oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt um den Tumor besser einschätzen zu können.

Brustchirurgie (gut- und bösartig)
Heute ist es bei Brustkrebs in den meisten Fällen nicht nötig, die Brust vollständig zu entfernen, d. h. es wird lediglich der Tumor mit einem Sicherheitssaum entfernt und durch einen zusätzlichen Schnitt in der Achselhöhle die Lymphknoten. In geeigneten Fällen ist es sogar ausreichend, wenn nur der Wächter (Sentinel) Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt wird. Diese Brustoperationen werden in den meisten Fällen als onkoplastische Operationen durchgeführt, d. h. der durch die Gewebeentfernung in der Brust entstandene Hohlraum wird durch Verschiebung von benachbartem Gewebe aufgefüllt, so dass trotzdem eine gut aussehende Brustform entsteht. Weiterhin kann bei großen Brüsten hierbei eine Verkleinerung vorgenommen werden. In den Brust erhaltend operierten Fällen muss sich zur Sicherheit eine Bestrahlung der erhaltenen Brust anschließen, die durch die Strahlentherapeuten durchgeführt wird, mit denen eine enge Zusammenarbeit besteht. Ist eine Entfernung der Brust erforderlich, so ist ein Wiederaufbau möglich.

Optimale Versorgung
Die Entscheidung, ob aufgrund der endgültigen Befunde eine zusätzliche Behandlung durch hormonelle Therapie oder Chemotherpie (mehr dazu in unserer PDF-Information Ambulante Chemotherapie) erforderlich ist, erfolgt aufgrund der neuesten internationalen Empfehlungen, die jährlich weltweit überarbeitet werden. In geeigneten Fällen bieten wir schon jetzt an, aus dem Tumor zuätzlich zwei Eiweißmoleküle (uPA, PAI) zu untersuchen, um auf eine bei diesen Patientinnen bisher empfohlene vorsorgliche Chemotherape ohne Risiko verzichten zu können. In schwierigen Einzelfällen besteht zudem eine Kooperation mit dem Direktor des international anerkannten Brustzentrums der Universitäts-Frauenklinik Kiel Prof. Dr. med. W. Jonat.

Wir haben uns dem Brustzentrum Rheinpfalz angeschlossen und nehmen an den wöchentlichen Sitzungen des Senologischen Arbeitskreises für Brusterkrankungen teil, in denen alle Brustkrebsfälle diskutiert und entschieden werden.

Nach Abschluss der operativen Therapie und der Nachbehandlung ist eine regelmäßige Tumornachsorge durch Ihren Frauenarzt /-ärztin anzuraten.