Neue Entwicklungen auf Station Däumling: Arbeit mit der Marte Meo Methode

Marte Meo: eine beziehungs- und entwicklungsorientierte Begleitung von früh- und neugeborenen Kindern und ihren Eltern

Eine entwicklungsfördernde Begleitung von früh- und neugeborenen Kindern und ihren Eltern ist dem Team der Frühgeborenenintensivstation im St. Marienkrankenhaus Ludwigshafen besonders wichtig. Dies wird bereits seit vielen Jahren gelebt und soll nun mit der strategischen Einführung der Marte Meo Methode intensiviert werden.

Marte Meo (aus dem Lateinischen abgeleitet) bedeutet etwas „aus eigener Kraft“ zu erreichen. Die von der Niederländerin Maria Aarts entwickelte Methode beinhaltet einen intensiveren Blick auf alltägliche Kommunikations- und Interaktionsmomente. Dadurch können wertvolle Entwicklungs-, Beziehungs- und Lernprozesse bei Säuglingen und Kindern analysiert, unterstützt und aktiviert werden.

Stärkung der Eltern-Kind-Bindung

Wichtiges Element ist die Unterstützung der Eltern in der Begleitung ihres Kindes mit dem Fokus auf der Stärkung der Eltern-Kind-Bindung. Gerade bei Frühgeborenen sind die Signale so klein, dass Eltern sie nur schwer wahrnehmen können. Hier werden gezielt Filmaufnahmen gemacht, um diese "kleinen Momente" festzuhalten und deutlich zu machen. Es verstecken sich viele Nuancen in den Feinheiten der Methode und die Marte Meo Sprache ist eine ganz besondere. Für die Eltern ist es wichtig, zu sehen, dass ihre Kontaktangebote von ihrem Kind wahrgenommen werden und sie im Gegenzug auch die ganz feinen Signale ihres Kindes erkennen und deuten können, um so in gegenseitigen Einklang zu kommen. Gerade dabei bietet Marthe Meo sehr große Chancen.

Die Methode wird bereits sehr erfolgreich bei der Begleitung von Kindern mit einer Entwicklungsverzögerung und ihren Eltern oder älteren Menschen mit einer Demenzerkrankung und ihren Bezugspersonen angewendet. Das sind ebenfalls Bereiche, in denen ein höherer Bedarf an Unterstützung besteht und das Verständnis der Reaktionen darauf besonders wichtig ist.

Fortbildung des Teams der Früh- und Neugeborenenintensivstation

Die Psychologin auf der Früh- und Neugeborenenintensivstation Däumling im St. Marienkrankenhaus, Schirin Mohraz, ist unter anderem Marte Meo Beraterin und Supervisorin und kann ihre Kollegen auf diesem Weg begleiten. Das Team auf Station Däumling wird sich in diesem Bereich gezielt fortbilden, um die eigene Arbeit aus einer anderen Perspektive bewusster zu reflektieren und Eltern zukünftig in der Begleitung ihres Kindes noch besser zu stärken.

Maria Aartz persönlich in Ludwigshafen

Umso mehr freut es die Verantwortlichen, dass Maria Aarts, die Begründerin und Direktorin von Marte Meo International (Niederlande), zum Auftakt selbst ins St. Marienkrankenhaus nach Ludwigshafen gekommen ist. Bei ihrem Vortrag über den Einsatz der Marte Meo Methode zur Begleitung von Frühgeborenen und deren Eltern kamen auch Filmbeispiele aus der Arbeit auf Station Däumling zum Einsatz. Das waren sehr bewegende Bilder und Szenen. Auf eindrückliche Weise zeigten die Video-Sequenzen, die offensichtliche Wirksamkeit bei der Kontaktaufnahme und Begleitung von frühgeborenen Kindern, die im Inkubator liegen.

Zusammenarbeit geplant

Maria Aarts möchte anhand dieser Beispiele zukünftig auch Pflegende und Eltern in ganz Deutschland die Möglichkeit bieten mittels der Marte Meo Methode den Beziehungsaufbau nach den Bedürfnissen der zu früh geborenen Babys bewusster wahrnehmen und belgeiten zu können. Sie betonte immer wieder die hervorragende Arbeit des Ludwigshafener Teams und will unsere Schritte weiter begleiten und auch auf ihrer Homepage über das Engagement in unserem Haus in dieser Richtung berichten.

Es war eine große Ehre, die Begründerin der Marte Meo Methode, persönlich kennen zu lernen.